Clay, Pomade oder Volumenpuder: Für welches Stylingprodukt entscheidest du dich?
Clay sorgt für ein mattes Finish mit starkem Halt und ist für kurzes bis mittellanges Haar gemacht. Pomade gibt Glanz und einen flexiblen Halt, genau das Richtige für glatte, klassische Frisuren. Volumenpuder bringt so gut wie kein Gewicht mit und hebt das Haar am Ansatz an. Entscheide nach Finish und Haarlänge, nicht nach Marke.
Was ist Clay und warum funktioniert es so gut?
Clay, auch Styling Clay oder Haarclay genannt, ist das trockenste der drei Produkte. Der Name ist wörtlich gemeint: es steckt echte Tonerde drin, meist Kaolin oder Bentonit. Wirf ruhig mal einen Blick auf die Inhaltsstoffliste deines Tiegels.
Diese Tonpartikel sind der Grund, warum Clay tut, was es tut. Sie nehmen Fett und Feuchtigkeit auf, wodurch das Haar rauer wird und die einzelnen Strähnen aneinander haften, statt aneinander vorbeizurutschen. Das Ergebnis ist Griff und ein mattes, natürliches Finish ohne Glanzschicht. Genau deshalb ist Clay seit Jahren das beliebteste Produkt für lässige Texturfrisuren.
Wir führen sieben Clays, vom Redken Texturize Matte Clay mit 75 ml bis zum Kevin Murphy Rough.Rider, den es im 30 Gramm Tiegel und im 100 Gramm Tiegel gibt. Praktisch, wenn du erst ausprobieren möchtest, ob das Produkt zu deinem Haar passt.
Was ist Pomade und wann greifst du dazu?
Pomade funktioniert genau umgekehrt. Wo Clay das Haar trockener und rauer macht, macht Pomade es glatter und glänzender. Sie steckt hinter dem klassischen Slick Back und dem scharfen Seitenscheitel.
Einen Unterschied solltest du unbedingt kennen, bevor du Pomade kaufst, und das ist die Basis des Produkts.
- Pomade auf Wasserbasis: trocknet im Haar leicht an, hält die Form besser und lässt sich mit normalem Shampoo einfach auswaschen.
- Pomade auf Ölbasis: trocknet nicht an und bleibt den ganzen Tag flexibel, praktisch wenn du zwischendurch umstylen möchtest. Nachteil: sie lässt sich deutlich schwerer auswaschen und kann sich nach ein paar Tagen schwer anfühlen.
Unentschlossen? Wasserbasis ist für die meisten die sicherere Wahl, gerade wenn du täglich stylst.

Was macht Volumenpuder?
Volumenpuder gehört eigentlich in eine andere Kategorie als Clay und Pomade. Es ist kein Produkt zum Formen, sondern eines für Höhe. Du streust es auf trockenes Haar direkt an den Ansatz und massierst es mit den Fingerspitzen ein.
Weil das Puder praktisch kein Gewicht mitbringt, ist es das einzige der drei Produkte, das auf feinem und plattem Haar gut funktioniert. Ein Clay oder eine Pomade drückt solches Haar erst recht nieder. Volumenpuder macht das Gegenteil und stellt den Ansatz auf.
Clay, Pomade, Wax und Volumenpuder im Vergleich
Wax nehmen wir mit dazu, weil das für die meisten das bekannteste Produkt und damit der praktischste Vergleichspunkt ist.
| Produkt | Halt | Finish | Konsistenz | Passt am besten zu |
|---|---|---|---|---|
| Clay | Stark | Matt | Trocken und fest | Kurzes bis mittellanges Haar, Texturlooks |
| Pomade | Mittel bis stark | Glänzend | Cremig bis fettig | Glatte, klassische Frisuren |
| Wax | Mittel | Matt bis leicht glänzend | Fest, muss erwärmt werden | Kurzes Haar, Definition und Struktur |
| Volumenpuder | Leicht | Matt | Loses Puder | Feines Haar, Volumen am Ansatz |
Liegst du von der Konsistenz her genau zwischen Wax und Clay? Dann ist eine Paste oft der beste Mittelweg: etwas leichter zu verteilen als Clay, mit fast demselben matten Finish.
Welches Produkt passt zu deinem Haar?
In der Praxis hängt die Wahl von drei Dingen ab: deinem Haartyp, deiner Haarlänge und dem Look, den du möchtest.
- Feines oder dünnes Haar: fang mit Volumenpuder an. Clay und Pomade bringen beide zu viel Gewicht mit und drücken feines Haar platt, egal wie wenig du nimmst.
- Dickes oder widerspenstiges Haar: hier brauchst du ein Clay oder eine feste Pomade. Volumenpuder allein ist nicht stark genug, um dickes Haar zu bändigen.
- Kurzes Haar, matter Look: Clay, ganz klar. Bei kurzen Frisuren ist das das verzeihendste Produkt überhaupt.
- Mittellanges bis langes Haar, glatter Look: Pomade. In langem Haar lässt sich Clay schwer gleichmäßig verteilen und neigt zum Verklumpen.
- Schnell fettendes Haar: Clay nimmt Talg auf, was dir einen zusätzlichen Tag zwischen den Wäschen bringen kann. Kombiniere es mit einem Shampoo für fettiges Haar, damit deine Kopfhaut trotzdem richtig sauber wird.
- Locken: Finger weg von Clay, es trocknet Locken aus und bricht das Lockenmuster auf. Eine Pomade auf Wasserbasis oder eine Creme funktioniert besser.
So trägst du Clay oder Pomade richtig auf
Der häufigste Fehler ist, zu viel Produkt auf einmal zu nehmen. Das macht das Haar schwer und klebrig, und im Nachhinein lässt sich das nicht mehr korrigieren. Geh in dieser Reihenfolge vor:
- Beginne mit trockenem oder handtuchtrockenem Haar. In klatschnassem Haar verteilt sich Clay schlecht und verklumpt.
- Nimm eine erbsengroße Menge, nicht mehr.
- Reibe das Produkt zwischen den Handflächen warm, bis es geschmeidig und fast durchsichtig wird. Diesen Schritt überspringen die meisten, dabei entscheidet er darüber, ob du gleichmäßig verteilst oder Klumpen bekommst.
- Arbeite es vom Ansatz zu den Spitzen ein, damit der Griff dort sitzt, wo du ihn brauchst.
- Forme mit den Fingern und leg nur nach, wenn es wirklich nötig ist.
Kannst du diese Produkte kombinieren?
Ja, und genau so machen es Friseure im Salon. Sieh sie nicht als Konkurrenten, sondern als Schichten. Volumenpuder kommt zuerst, am Ansatz, für die Höhe. Danach folgt Clay oder Pomade in den Längen für Form und Definition. Soll es den ganzen Tag halten, schließt du mit Haarspray ab.
Nimm von jeder Schicht aber weniger, als wenn du das Produkt allein verwenden würdest. Drei Produkte in voller Dosierung werden zusammen trotzdem zu viel.

Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Clay und Pomade?
Clay gibt ein mattes Finish und starken Halt, weil es Tonerde enthält, die Fett und Feuchtigkeit aufnimmt. Pomade gibt dagegen Glanz und einen glatteren, flexibleren Halt. Clay wählst du für einen natürlichen Texturlook, Pomade für eine gepflegte, glatte Frisur.
Ist Haarclay dasselbe wie Styling Clay?
Ja, Haarclay, Styling Clay und Haartonerde sind Bezeichnungen für dasselbe Produkt. Die englischen Begriffe werden im deutschsprachigen Raum genauso häufig verwendet wie die deutschen. Dahinter steckt kein Unterschied in Zusammensetzung oder Wirkung.
Was ist eine Clay Pomade?
Eine Clay Pomade ist eine Mischform: das matte Finish und der feste Halt eines Clays, kombiniert mit der Geschmeidigkeit einer Pomade. Sie lässt sich leichter verteilen als ein reines Clay und ist deshalb eine gute erste Wahl, wenn du noch nie mit Clay gearbeitet hast.
Wie bekommst du Clay oder Pomade aus dem Haar?
Wasche dein Haar mit einem tiefenreinigenden Shampoo und massiere es gründlich in den Ansatz ein, wo das meiste Produkt sitzt. Clay und Pomade auf Wasserbasis gehen in einem Waschgang raus. Für Pomade auf Ölbasis brauchst du meist zwei Waschgänge.